Ein Platz der Stille im kargen und wilden Alentejo lädt Sie ein

Archiv für April, 2012

Mountainbike-Wettbewerb SRP160 – Ab in die Pfütze mit Hurra!

Gestern fand das Mountainbike-Rennen SRP160 statt. Der Start war in Serpa und etwa 500 Teilnehmer sind bei strömendem Regen und starkem Wind  80 bz. 160 Kilometer durch die Serra do Serpa gefahren. Die Strecke führte am Monte Leva Tempo vorbei. Da konnte ich mich natürlich nicht zurückhalten und habe ein paar Bilder von den Protagonisten gemacht.

Für Interessierte: Unter der Homepage www.srp160.com kann man Einzelheiten über die Veranstaltung erfahren. Ganz Mutige können sich für das nächste Jahr anmelden und so die faszinierende Landschaft des Alentejos hautnah erleben.

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Leuchttürme weisen Schiffen den Weg nach Lissabon


Graue Tage in Lissabon

Der Ausläufer eines atlantisches Tiefs beschert Lissabon einen wolkenverhangenen Himmel und kühle Temperaturen. Starke Winde werden begleitet von Sprühregen und verlangen von dem wissbegierigen Touristen eine wetterfeste Bekleidung und viel Geduld bei der dokumentarischen Bildgestaltung. Doch dank moderner Aufnahmetechniken gelingt es dem Fotograf immer wieder, die grauen Tage in Lissabon mit Farbtupfern zu verschönern.

Zum Anschauen einfach auf ein Bild klicken und schon startet das Fotokarusell.


Aprilwetter im Alentejo

Gedämpft neigt sich der Tag zu Ende. Der  Horizont zeigt sich nebelverhangen und gibt den Blick auf grüne und gelbe Farben frei.

Zum Anschauen einfach auf ein Bild klicken und schon beginnt die Fotostrecke.


Regen ernährt die Familie von Calimente – und nicht die Millarden der EU

„Am Morgen hat der Regen eingesetzt!“. Dies war meine nüchterne Antwort auf die Frage meiner Eltern, wie denn das Wetter in Portugal sei.

Seit Freitagmorgen öffnete der Himmel seine Schleusen und es regnete ohne Unterlass. Die graue Wolkendecke wandelte sich nur gestern in dunkle Gewitterwolken um und bescherte dem Land einen Nachmittag lang Starkregen. Für Reisende mögen diese Regentage eher unerquicklich sein. Doch für die hier im Alentejo lebenden Menschen bedeutet der Regen die Sicherung der Existenz.

In den vergangenen drei Wintern fielen üppige Niederschlagsmengen, die das Land mit Wasser verwöhnte. Die kleinen und größeren Stauseen füllten sich bis zur Oberkante. Selbst der Alqueva-Stausee, der als größter Wasserspeicher von Europa gilt, vermeldete die höchsten Wasserstände seit seiner Fertigstellung im Jahr 2002.

Die regenreichen Wintermonate tauchten das Land in ein sattes Grün. Die Saat des Winterweizens ging auf und belohnte die Landwirte mit einer reichen Ernte. Auf den Wiesen blühten Gräser und Wildblumen in einer überwältigenden Farbenpracht und zeugten von einer natürlichen Artenvielfalt, die in Mitteleuropa auf den intensiv genutzten Flächen schon lange nicht mehr anzutreffen ist.

Die Schafe, Ziegen und Rinder labten sich genüsslich an den saftigen Gräsern und verstanden die wohlschmeckenden Blüten als Extrazugabe.

Das natürliche Futterangebot war so reichlich, dass der Schafmilchbauer Calimente keinerlei Zusatzfutter einkaufen und verfüttern musste. Dies veranlasste ihn auch, seine Herde an Milchschafen auf 120 Tiere aufzustocken. Das morgendliche und abendliche Melken der Schafe wurde von der Käserei gut belohnt und sicherte Calimente sowie seinem Bruder Antonio die Existenz auf dem weiß getünchten Bauernhof inmitten der Serra do Serpa.

Der Blick von Calimente trübte sich in den letzten Wintermonaten zunehmend ein. Die ersehnten Regenfälle blieben Woche für Woche aus. Ein Sonnentag reihte sich an den anderen und kaum eine Wolke bereicherte den strahlend blauen Winterhimmel.

Bis Februar hielten seine Vorräte an Stroh und Heu, dann griff er zum Telefon und gab schweren Herzens die erste Bestellung für Tierfutter auf und setzte damit seine ganzen Ersparnisse und bescheidenen Gewinne der letzten Jahre ein.

Der ausbleibende Regen ließ den eingesäten Winterweizen verkümmern und je länger die Trockenzeit andauerte, um so geringer war die Aussicht, dass sich die Frucht noch erholen und gedeihen würde.

Calimente brachte die wirtschaftliche Situation von Portugal auf den Punkt: Portugal braucht keine Milliarden von der EU, denn dieser Geldregen versickert in die Banken, Portugal braucht Regen, denn dieser Regen ernährt seine Familie.

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