Ein Platz der Stille im kargen und wilden Alentejo lädt Sie ein

Alentejo

Sternenhimmel über der Serra do Serpa – Ein Zeitrafferfilm von Ralf Hettich

Es sind nur 22 Sekunden, doch dem Betrachter zeigt sich der Sternenhimmel  über der Serra do Serpa in seiner ganzen Pracht und unendlicher Schönheit. Die Milchstraße wandert scheinbar dem Nachthimmel entlang und übt eine starke Faszination auf den Wissbegierigen aus.

 


Farbenspiel am Pulo do Lobo – Rio Guadiana

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Abendstimmung im Alentejo

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Aprilwetter im Alentejo

Gedämpft neigt sich der Tag zu Ende. Der  Horizont zeigt sich nebelverhangen und gibt den Blick auf grüne und gelbe Farben frei.

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Straight ahead on the rough road

Vergangene Woche war ich mit dem Motorrad im Grenzland Portugal – Spanien unterwegs. Dies war meine erste Tour mit der BMW GS 650. Etwas unsicher bin ich den Schotterweg über Monte Bento Durao hin zur geteerte Straße, die Vale do Poco mit dem Pulo do Lobo verbindet, gefahren, Ich hatte noch das BMW RT 1100 Gefühl in Erinnerung und fuhr sehr vorsichtig. Doch dann war mir klar, diese GS 650 ist ein anderes, wirklich geländetaugliches Motorrad.

Mein Weg führte mich dann auf die Asphaltstraße über Vales Mortes nach Cruz de Cigana, wo die soeben fertiggestellte Straße nach Spanien abzweigt. Der neuerbauten Grenzbrücke über den Rio Chanza fehlt zwar noch die letzte Deckschicht, doch diese neue Verbindung nach Paymogo ist landschaftlich sehr reizvoll.

Es ist ein sehr schönes Gefühl mit solch einem Dampfhammer zu fahren. Mit 80 – 90 km/h kann man gemütlich über die Landstraßen fahren und dann, wenn es einem juckt, zieht man schnell hoch auf 120 km/h oder gar mehr.
Wow, hat diese GS  Power. Dabei ist sie leicht, wendig und super handlich. Aber es gibt auch einen Nachteil! Der Wind bläst mir unter den Helm direkt auf den Kopf. Ich glaube mein Helm ist eine Nummer zu groß. Bisher war das kein Problem, denn die BMW RT 1100 hat ja eine sehr große Scheibe. Aber jetzt? Na gut, dann werde ich in Zukunft wohl eine dünne Mütze anziehen müssen.

Ich wollte schon lange mal in Puebla de Guzman die Straße über die Minenstadt Las Herrerias nach El Ganado fahren. Anfangs war sie auch super ausgebaut. Doch nach dem Ort Las Herrerias war dann nur noch eine Schlaglochpiste zu finden. Auch das hat die GS super gemeistert. Doch irgendwann war dann Ende. Der Weg führte direkt in einen Stausee.

Und sofort kam die Frage auf, ob die GS 650 auch schwimmen kann? NEIN!

Also nahm ich wieder den Weg zurück nach Puebla de Guzman. Schade, dachte ich, dieses Abenteuer war sehr kurz ausgefallen. Kurz vor dem Ort kam mir noch ein freundlich lächelnder Mopedfahrer auf einer Yamaha entgegen, dem ich natürlich enthusiastisch winkte.

Auf der Hauptstraße in Richtung Villanueva de los Castillejos kam mir nicht ein Wagen entgegen. Die Straßen schienen wie ausgestorben. Nur die großen, sich langsam drehenden Windräder lugten über dem Meer von Nebel etwas verloren in den Himmel.

Auf dem Weg von Villanueva de los Castillejos  nachdem  portugiesischen Pomarao sah ich vor dem Ort El Granado ein Schild mit einer Abzweigung nach Minenstadt Las Herrerias. Die Abenteuerlust keimte wieder auf und so dachte ich mir, ich versuche mal von der Seite den bisher unbekannten Weg zu fahren und nahm auf der gut ausgebauten Strecke Kurs auf.

Nach ein paar Kilometer kam mir ein freundlich lächelnder Mopedfahrer auf einer Yamaha entgegen, dem ich natürlich enthusiastisch winkte. Zu meinem Erstaunen war es derselbige Mopedfahrer, der mir vor etwa einer halben Stunde begegnete

Das war der Beweis! Es gibt einen Verbindungsweg von Puebla de Guzman nach El Granado!

Bei dem alten Verladehafen Pomarao überquerte ich auf der neuen Brücke den Rio Chanza und somit auch die Grenze nach Portugal. Auf den folgenden kleinen kurvigen Strecken ist die GS 650 zuhause. Flott ging es über die holprige Straße nach Moreanes, wo ein Weg direkt nach Corvos führt.

Dem habe ich aber nicht getraut und fand etwas weiter in Richtung Mertola eine andere Abbiegung nach Corvos gefunden. Doch in Corvos trafen sich dann die Wege. Rasch führt eine kleine Apshaltstraße nach Cortes Sines, in dem ein dichtes Straßennetz für Verwirrung sorgt.

Für Stauen sorgte dagegen ein älterer Mann, der mit Verve auf einem von der Gemeinde aufgestellten Fitnessfahrrad saß und dem Sonnenuntergang entgegen radelte. Im vergangenen September habe ich diese neu installierten Fitnessfahrräder gesehen und mir noch gedacht, dass wohl kaum ein Portugiese darauf seine Zeit verbringen will.

Falsch gedacht! Die Portugiesen sind immer für eine Überraschung gut.

Den Schotterweg von Cortes Sines nahm die GS locker zwischen das Vorder- und Hinterrad und im Sauseschritt war ich wieder auf dem kleinen Weg, der über den Monte Bento Durao zum Monte Leva Tempo führt. Die untergehende Sonne begleitete mich die letzten Meter und rundete die kleine Tour nach Spanien mit einer besonderen Farbenpracht und Vollkommenheit ab.

Auf dem Monte Leva Tempo wieder angekommen, löste sich mit Hilfe von Google Erde das Geheimnis der Abkürzung im spanischen Grenzland auf: Ich hätte wohl direkt in Las Herrerias links abbiegen müssen.

Nur, das habe ich natürlich nicht getan und bin abenteuerlustig dem alten Spruch „ Straight ahead on the rough road“ gefolgt“.


Regenzeit im Alentejo


Es regnet seit 4 Tagen, 11 Stunden und 2 Minuten. Seit diesen langen Tagen hält sich ein Tiefdruckgebiet über der Iberischen Halbinsel, das neben milden Temperaturen vor allen Dingen Regen mit sich führt.

Schauerartige Regenfälle lösen sich ab mit sanften Nieselregen, in denen die Schafe ihr nasses Fell auschütteln und das Aufhellen des Wetters mit freudigem Grasen feiern, doch bald gewöhnen sie sich daran, die Regenpausen als Zeichen einer Wetterverschlechterung anzusehen. Aus dem Himmel stürzen heftige wolkenbruchartige Gewitterregen, die einen weiteren Höhepunkt der scheinbar endlosen Regentage bilden.

Regen ist für ein Land der semiariden Klimazone von enormer Bedeutung. Wiesen finden ihre grasgrüne Farbe, Äcker verwandeln sich in ein Meer aus saftigen Ähren und Bäume tanken vor der unerbittlichen Sommerhitze ihr letztes Wasser.

Bei einem neugierigen Begehen des Landes sinken die Schuhe in ein lebendiges Nass ein. Aus unzähligen Rinnsalen werden kleine Bäche, die mit einem freudigen Gluckern und verspielten Plätschern, dem vielen Wasser den Weg zeigen. Und im übervollen Tümpel drohen selbst die Frösche zu ertrinken.

Vom Nachbarland kommend, nimmt ein großer, brauner Bach die Wassermassen der kleinen Bäche mit brüderlicher Selbstverständlichkeit auf. Flugs vereinen sich noch andere nasse Gesellen zu einem reißenden Strom, der auf alten und neuen Pfaden einen noch größeren und wilderen Bruder findet.

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Ein Abend bei Agostinho, im gastronomischen Herzen des Alentejos

Es stand schon lange an Carlos und seine Frau Telma für ihre unterstützende Hilfe zum Essen einzuladen. Da bot es sich an, das im nahelegene Vale do Poco gelegene Café Restaurante Agostinho zu besuchen.

Von Neonröhren hell erleuchtet, zeigt sich ein aufgeräumtes und schlichtes Bild der Gaststätte. Neben der nüchtern gehaltenen Beleuchtung sind die weißen Fließen ein auffälliges Merkmal der einfachen Landgastronomie. Zwar scheint die Gemütlichkeit durch den Kamin gefeuert zu sein, doch zwei ältere Männer halten sich bei Ziegenkäse, eingelegten Oliven und einfachen Rotwein auf.

Der kühle Charme dieses Wirtshauses wird ausgeglichen durch eine ausgesprochene Sauberkeit. Mangels geräuschdämpfender Dekoration sind die Tischnachbarn und die Küchenfee sehr gut zu verstehen und der Wirt zeigt sich kundenorientiert, indem er gerne ein Glas vom roten Wein mittrinkt.

Essen gehen im Alentejo bedeutet, Essen gehen im Land der schwarzen Schweine. Das iberische Hausschwein, auch Pata negra in Spanien und eben in Portugal proco preto genannt ist das wichtigste Gericht. Diese Köstlichkeit ist freilaufend und ernährt sich von den Eicheln und Wurzeln. Und da der Wirt gleichzeitig auch Schweinezüchter ist, kommt das gute geschmacksreiche Stück Schweinefleisch aus eigener Zucht, Haltung und Schlachtung.

So übersichtlich die Gaststube ist, so einfach ist auch die Speisekarte gehalten. Ein großer Holzkohlengrill spielt die Hauptrolle in der Küche und so werden köstliche Grillspezialitäten angeboten.

Die Speisekarte weist folgende Gerichte aus:

  • Kalbskotlett vom Grill
  • Lammkotlett vom Grill
  • Schweinekotlett vom Grill
  • Paniertes Hähnchenschnitzel
  • Fleischspieß vom Porco preto
  • Stockfisch gegrillt oder gekocht
  • Saftige Schnitzel vom Porco preto

Die Mehrwertsteuer von 13 Prozent ist inbegriffen!

Zum Trinken steht eine reichhaltige Weinkarte zur Verfügung:

Empfehlen kann ich den Rotwein von der Herdade do Pinheiro. Es ist ein Wein aus dem Alentejo, schmeckt fruchtig sowie gehaltreich und ich nenne ihn meinen Lieblingsrotwein.

Die Preise beziehen sich wohlgemerkt auf eine Flasche.

Weiter unten finden sich noch Vinho Verdes, junge Weißweine aus dem Norden, die besonders in den heißen Sommermonaten munden.

Natürlich wird an diesem Abend Secretos de Porco preto bestellt und gegessen. Dies ist ein wahrhafter Leckerbissen von einem gut gegrillten und saftigen Stück Schweinefleisch. Als Vorspeise gibt es einen sehr feinen Ziegenkäse von der örtlichen Ziegenkäserei.

Das Fleisch wird auf einer großen Platte serviert und mit großem Appetit essen wir alles auf. Zum gegrillten Fleisch werden unbegrenzt Pommes frites gereicht, die auch ungegrenzt von Fett triefen. Aber, es gibt nichts anderes dazu, so einfach ist das. Eher als Alibi, denn mit appetitanregender Funktion wird in einer Schüssel noch Blattsalat mit großen Tomatenscheiben gereicht

Die Frage nach dem Nachtisch löst der Herr des Hauses sehr geschickt. Er holt  einen Spickzettel heraus und liest cirka 7 verschiedene Nachtische herunter.

Was höre ich da? Mousse au Chocolate? Für mich ein Klassiker. Wenn die Mousse au Chocolate schmeckt, dann versteht die Küche ihr Handwerk. Und so ist es. Die zartbittere luftige Schokoladencreme schmeckt wirklich lecker.

Die Frau des Hauses ist in der Küche die Größe und weiß auch zu kochen. Mit Witz und viel Ehrlichkeit verrät sie mir dann, bei uns am Tische sitzend, das Rezept der selbstgemachten Mousse au Chocolate.

Angeregt unterhalten wir uns lange über die ehrliche Küche des Alentejos, denn ein Abend bei Agostinho, ist ein Abend im gastronomischen Herzen des Alentejos.

P.S.: Das Café Restaurante Agostinho hat seinen Ruhetag am Dienstag. Abends gibt es Essen zwar nur auf Vorbestellung, doch der Grill ist immer an. Ein Tisch kann unter der Nummer 284 595 185 oder 936 350 134 bestellt werden.