Ein Platz der Stille im kargen und wilden Alentejo lädt Sie ein

Bilder

In den Sūqs von Tanger

Als Mittelpunkt des Kleinhandels und Handwerks haben sich in den alten Innenstädten der arabischen Welt die Sūqs etabliert. Dicht beieinander liegend, findet der eilige Käufer meist Geschäfte mit einem ähnlichen Warenangebot.

Die Warenlager sind über kurze Verbindungen zu erreichen und so ist eine gute und direkte Versorgung der Einwohner mit den alltäglichen Lebens- und Haushaltsmitteln gewährleistet.

In den letzten Jahrzehnten haben die Touristen diese exotischen Plätze für sich entdeckt und drängen sich zusammen mit den Einheimischen  an den Verkaufsständen vorbei.

Für diese kaufkräftigen Reisenden etablierte sich auch das Kunsthandwerk. Die Faszination für den Fremden liegt wohl auch darin, dass er – zumindest teilweise – den Herstellungsprozess beobachten kann.

In den Handwerksläden der westlichen Welt  werden dagegen nur noch Endprodukte verkauft. Und diese stammen überwiegend aus dem großen Reich der Mitte.

Handgeknüpfte Teppiche sind für Touristen natürlich von besonderem Interesse. So sehen es zumindest die Teppichhändler und bieten in einer wortgewaltigen Verkaufsvorführung ihre Ware feil.

Im Schnellkurs erlernt der Wissbegierige die Kunstfertigkeit und Geheimnisse des Teppichknüpfens. Die Versicherung, dass die Teppiche selbstverständlich nicht das Werk von Kinderarbeit sind, kommt sehr deutlich und glaubhaft hinterhergeschoben.

Die Teilnehmer der Reisegruppe sind von der Hatz durch die Sūqs jedoch zu erschöpft, um auf das eindringliche Angebot zum Feilschen einzugehen. Die Teppiche wechseln heute wohl nicht den Besitzer und so kann sich der Boss an seinem Schreibtisch müssiggängerisch mit den gestrigen Bestellungen in die ganze Welt hinaus beschäftigen.

Für den Ruhesuchenden steht extra ein Bürostuhl bereit. Der Anschein besagt, dass er wohl schon von vielen in Anspruch genommen wurde.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Advertisements

In den Gassen von Tanger

WP_20140802_060

„Meine Damen und meine Herren“, mit diesen Worten beendete Achmed beinahe jeden seiner Sätze. Achmed war der einheimische Touristenführer, der eine kleine Gruppe von deutschsprachigen Tagesausflüglern durch die Gassen von Tanger geleitete.

Achmed machte seine Sache sehr gut. Deutsch hat er in der Schule gelernt und darauf war er sehr stolz. Mit Stolz erfüllte ihn auch sein Land, seine Stadt, seine Heimat. Gekleidet in der landestypischen Art schleuste er uns durch die vielen kleinen Gassen, schmalen Hausdurchgängen und nicht mehr nachvollziehbaren Abkürzungen.

Im Sauseschritt sah ich eine Welt, wie ich sie bisher nicht erlebt hatte. Aufgrund des Ramadans waren viele Geschäfte geschlossen und die meisten Türen verriegelt. Dadurch bot sich in den Gassen ein meist menschenleeres Bild.

Nur gelegentlich huschten Frauen mit ihren Einkäufen über die sauberen Pflaster oder ein einsamer Mann beäugte gelassen auf dem Stuhl sitzend die staunenden Europäer.

Und nur sporadisch öffnete ein Krämer seinen Laden um die Menschen mit den notwendigsten Lebensmittel zu versorgen. Diese Ruhe verstärkte sich durch die aufkommende Mittagshitze  des Augustes. Am frühen Nachmittag fanden sich nur in den größeren Geschäftsstraßen Menschen ein, wobei die neugierigen Tagestouristen das Gros ausmachten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.


Der spektakuläre Sternenhimmel zieht mich in seinen Bann

Die Abende im Alentejo können sehr langweilig sein. Können, aber müssen nicht. Kaum ist die Sonne untergegangen, verwandelt sich der Himmel mit einem Farbenspiel von gelbem und rotem Licht. Für lange Momente scheint der Horizont lichterloh zu brennen. Danach übernehmen die blauen Farbtöne die Regie und leiten die schwarze Nacht ein.

Ein Rundumblick bestätigt die menschleere und zivilisationsarme Region. Verzeinzelt zeigen sich die Laternen von Bauernhöfen, die in den letzten Jahren an das Stromnetz angeschlosssen wurden. Nur im Westen thront Beja als schmale Lichterkette auf der Horizontlinie.

Diese Dunkelheit ist eine der wichtigsten Vorraussetzungen für das Spektakel, das sich nun am Nachthimmel zeigen wird: ein funkelnder Sternenteppich spannt sich von Horizont zu Horizont. Die Milchstraße mit ihren abertausenden Sternen bildet ein helles Band am Himmel.

Galileo Galilei fand im 16. Jahrhundert heraus, dass dieses „Band“ der Querschnitt unserer Galaxie ist und aus bis zu 300 Milliarden Sternen besteht.

Wenn man sich die Galaxie als Frisbee-Scheibe vorstellt, dann befindet sich unser Sonnensystem irgendwo im äußeren Drittel und die für uns sichtbare Milchstraße ist quasi der Blick auf den Querschnitt der Frissbee-Scheibe. Wir auf der Erde sind also die Ameise, die innerhalb dieser Scheibe sitzt und von innen auf ihren Rand schaut.

Je nach Jahreszeit sieht man einen anderen Ausschnitt der Milchstraße und im Winter sieht man eher die Randbereiche.

Neben der erwähnten kaum vorhandenen Lichtverschmutzung, begünstigt auch eine geringe Luftverschmutzung die gute Sichtbarkeit des Sternenhimmels.

Die letzten Abende und Nächte boten für die Sternenbetrachtung gute Bedingungen. Der Himmel war wolkenlos, die Streulichter gering und der Mond war in der Neumondphase

Eingepackt mit einer dicken Jacke spielte ich nun die Ameise, die sich die Milchstraße nicht nur anschaut, sondern auch fotografieren möchte.

Ausgerüstet mit einem stabilen Stativ, einer hochauflösenden Kamera, einem lichtstarken Objektiv sowie einer Stirnlampe versuchte ich nun dieses Himmelsspektakel einzufangen. Die Schwierigkeit lag darin die richtige Belichtungszeit zu finden.

Durch die Erdrotation bedingt besteht bei längeren Belichtungszeiten die Gefahr, dass die Sterne nur noch als Striche abgebildet werden. Belichte ich nur kurz, dann zeigen sich nur wenige Sterne auf dem Bild.

Dieser Nachthimmel zog mich sehr stark in seinen Bann. Ich verspürte nicht nur die Stille und Weite des Alentejos. Beim Anblick der abertausenden Sterne wurde mir auch die Winzigkeit des eigenen Seins bewusst.

Sternenhimmel über dem Alentejo


Panoramabild von Lissabons Altstadt Alfama

Lissabon-Alfama©Dr. Ralf Hettich

Ein Panoramabild von Lissabons Altstadtviertel Alfama. Klicken Sie einfach auf das Bild und betrachten Sie die Vergrößerung.

Diese Panoramafotografie können Sie bei mir auch erwerben. Das Bild mit den Maßen 22 x 110 cm kostet 75 Euro inclusive Verpackung und Versand (Deutschland). Schreiben Sie mir einfach eine Mail an info@ralfhettich.de


Farbenspiel am Pulo do Lobo – Rio Guadiana

Klicken Sie auf ein Bild und starten Sie die Bildergalerie!


Galerie

Abendstimmung im Alentejo

Klicken Sie auf ein Bild und starten Sie die Bildergalerie!


Verfallener Bauernhof wartet darauf wachgeküsst zu werden

 

 

Klicken Sie auf ein Bild und starten Sie die Bildergalerie!