Ein Platz der Stille im kargen und wilden Alentejo lädt Sie ein

Beiträge mit Schlagwort “Monte Leva Tempo

Tagesausflug nach Sevilla

Sevilla liegt nur 2 Autostunden vom Monte Leva Tempo entfernt. Nach einem kleinen Frühstück brechen Wolfgang und ich mit dem Auto zu diesem Tagesausflug auf. Die spanischen Straßen sind gut ausgebaut, nur wenig frequentiert und so erreichen wir in gerade mal 2 Stunden die Hauptstadt von Andalusien.

In Sevilla angekommen führt uns das Navigationsgerät sicher zu einer Tiefgarage mitten in der Altstadt. Von dort aus sind es nur ein paar Meter zum Metropol Parasol. Dieses Kunstwerk wurde erst 2011 fertigestellt und bildet mit seiner wabenartigen Dachstruktur eine imposante gar luftige Konstruktion. Sie erinnert an einen übergroßen Pilz und so nennen ihn die Spanier auch „las setas“.

Beim Schlendern durch die engen Gassen von Sevilla bieten sich immer wieder Einblicke in die Innenhöfe der Stadthäuser. Meist sind die Eingänge mit kunstvollen schmiedeeisernen Türen ausgestattet und halten so allzu neugierige Menschen fern. Solch ein Patio bildet ein Hort der Ruhe und Gelassenheit und ist besonders in der heißen Sommerzeit ein begehrter Platz für den nachmittäglichen Müßiggang.

Ganz in der Nähe der berühmten Kathedrale von Sevilla befindet sich der Alcázar Real, der königliche Palast mit seinen großzügig und liebevoll angelegten Gärten. Hier verweilt noch heute der Spanische König bei seinen Besuchen von Sevilla.

Der Alcázar ist ein weitläufiger Komplex aus verschiedenen Bauelementen, der zu den am besten erhaltenen historischen Bauwerken Spaniens zählt. Neben den maurischen und frühchristlichen Bauten herrschen vor allem Einflüsse aus der Gotik vor, die unter der Herrschaft von Karl V. und Philipp II., den „katholischen Königen“ in die Architektur Einzug hielten. In zahlreichen Sälen zeigte sich uns die übewältigende Schönheit des majestätischen Bauwerks.

Lange saßen wir auf einer Bank im Garten und nahmen im Schatten der hochgewachsenen Palmen die geschichtsträchtige Stimmung in uns auf.

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Verfallener Bauernhof wartet darauf wachgeküsst zu werden

 

 

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Mountainbike-Wettbewerb SRP160 – Ab in die Pfütze mit Hurra!

Gestern fand das Mountainbike-Rennen SRP160 statt. Der Start war in Serpa und etwa 500 Teilnehmer sind bei strömendem Regen und starkem Wind  80 bz. 160 Kilometer durch die Serra do Serpa gefahren. Die Strecke führte am Monte Leva Tempo vorbei. Da konnte ich mich natürlich nicht zurückhalten und habe ein paar Bilder von den Protagonisten gemacht.

Für Interessierte: Unter der Homepage www.srp160.com kann man Einzelheiten über die Veranstaltung erfahren. Ganz Mutige können sich für das nächste Jahr anmelden und so die faszinierende Landschaft des Alentejos hautnah erleben.


Graue Tage in Lissabon

Der Ausläufer eines atlantisches Tiefs beschert Lissabon einen wolkenverhangenen Himmel und kühle Temperaturen. Starke Winde werden begleitet von Sprühregen und verlangen von dem wissbegierigen Touristen eine wetterfeste Bekleidung und viel Geduld bei der dokumentarischen Bildgestaltung. Doch dank moderner Aufnahmetechniken gelingt es dem Fotograf immer wieder, die grauen Tage in Lissabon mit Farbtupfern zu verschönern.

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Regen ernährt die Familie von Calimente – und nicht die Millarden der EU

„Am Morgen hat der Regen eingesetzt!“. Dies war meine nüchterne Antwort auf die Frage meiner Eltern, wie denn das Wetter in Portugal sei.

Seit Freitagmorgen öffnete der Himmel seine Schleusen und es regnete ohne Unterlass. Die graue Wolkendecke wandelte sich nur gestern in dunkle Gewitterwolken um und bescherte dem Land einen Nachmittag lang Starkregen. Für Reisende mögen diese Regentage eher unerquicklich sein. Doch für die hier im Alentejo lebenden Menschen bedeutet der Regen die Sicherung der Existenz.

In den vergangenen drei Wintern fielen üppige Niederschlagsmengen, die das Land mit Wasser verwöhnte. Die kleinen und größeren Stauseen füllten sich bis zur Oberkante. Selbst der Alqueva-Stausee, der als größter Wasserspeicher von Europa gilt, vermeldete die höchsten Wasserstände seit seiner Fertigstellung im Jahr 2002.

Die regenreichen Wintermonate tauchten das Land in ein sattes Grün. Die Saat des Winterweizens ging auf und belohnte die Landwirte mit einer reichen Ernte. Auf den Wiesen blühten Gräser und Wildblumen in einer überwältigenden Farbenpracht und zeugten von einer natürlichen Artenvielfalt, die in Mitteleuropa auf den intensiv genutzten Flächen schon lange nicht mehr anzutreffen ist.

Die Schafe, Ziegen und Rinder labten sich genüsslich an den saftigen Gräsern und verstanden die wohlschmeckenden Blüten als Extrazugabe.

Das natürliche Futterangebot war so reichlich, dass der Schafmilchbauer Calimente keinerlei Zusatzfutter einkaufen und verfüttern musste. Dies veranlasste ihn auch, seine Herde an Milchschafen auf 120 Tiere aufzustocken. Das morgendliche und abendliche Melken der Schafe wurde von der Käserei gut belohnt und sicherte Calimente sowie seinem Bruder Antonio die Existenz auf dem weiß getünchten Bauernhof inmitten der Serra do Serpa.

Der Blick von Calimente trübte sich in den letzten Wintermonaten zunehmend ein. Die ersehnten Regenfälle blieben Woche für Woche aus. Ein Sonnentag reihte sich an den anderen und kaum eine Wolke bereicherte den strahlend blauen Winterhimmel.

Bis Februar hielten seine Vorräte an Stroh und Heu, dann griff er zum Telefon und gab schweren Herzens die erste Bestellung für Tierfutter auf und setzte damit seine ganzen Ersparnisse und bescheidenen Gewinne der letzten Jahre ein.

Der ausbleibende Regen ließ den eingesäten Winterweizen verkümmern und je länger die Trockenzeit andauerte, um so geringer war die Aussicht, dass sich die Frucht noch erholen und gedeihen würde.

Calimente brachte die wirtschaftliche Situation von Portugal auf den Punkt: Portugal braucht keine Milliarden von der EU, denn dieser Geldregen versickert in die Banken, Portugal braucht Regen, denn dieser Regen ernährt seine Familie.

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Vuelta á España – Eine Tour an die Küste von Spanien

Das sonnige Winterwetter reizte mich ich auf eine Tour an die Algarve. Falsch, auf eine Tour an die Küste von Spanien, die sich östlich der Algarve anschließt.

Die Strecke führte über Paymogo, Puebla de Guzmann,  Alonso, San Bartolome, Cartaya nach Lepe an die Strände von La Antilla und Isla Cristina.

Das war eine klasse Tour. Zuerst war es das bekannte Terrain, doch nach Alonso erschloss sich ein großes Anbaugebiet von Orangen. Überall Orangenbäume voll mit ihren leuchtenden Früchten. Nach etwas Gurkerei bei San Bartolome nach Cartaya war dann das Meer schnell erreicht.

Hier zeigt sich ein völlig aus der Saison befindlicher Strandort mit nur wenig geöffneten Cafes und Kneipen. Im ganzen zählte ich 7 Leute, die entweder am nahen Strand oder an der Strandpromenade spazierengingen.

Der flache Strand schloss sich gleich der Fußgängerzone und in einem Cafe konnte ich als einziger Gast nicht nur ein leckeres Thunfischbrötchen sondern auch die wärmende Wintersonne genießen. Und der Blick auf die ruhige See, wo nur die nach Fischen jagenden Kormorane große Platscher und kleine Wellen erzeugten, war beruhigend und tat der Seele gut.

Entlang der Küstenstraße nach Isla Cristina reiht sich ein Strandabschnitt dem anderen an. Jeder wird wohl von einem Strandrestaurant oder zumindest einer Strandbar bewirtet. So führen von der Straße meist kleine Wege durch einen Schirmkiefernwald über die Düne, an der sich dann der begehrte Sandstrand anschließt. Die Strände selbst laden in beiden Richtungen zu kilometerlangen Spaziergängen ein.

Die kleine Stadt Isla Cristina zeichnet ein alter Ortskern aus, der von unzähligen modernen Apartmenthäusern und Hotels zum Meer hin umrahmt ist. Doch in der Winterzeit sind die Rolladen unten und kaum ein Feriengast bereichert das wuselige Treiben.

Nach der Fahrt über einen Flußarm sah ich das frisch gemalte Schild der Salinas de Isla Cristina  – ein Salzgewinnungsbetrieb mit Verdunstungsbecken und einer Einkaufsmöglichkeit in einem kleinen Verkaufsraum.

An dem hübsch hergemachten Häuschen hielt ich an und erstand das begehrte Flor de Sal, das auch in vielen verschiedenen Gewürzmischungen angeboten wird. Für einen Beutel reinem Flor de Sal wurden überhaupt keine gesalzenen Preise verlangt. Um so mehr freue ich mich schon auf das damit gesalzene Essen.

Zurück nahm ich die neu ausgebaute Landstraße, die auf der portugiesischen Seite über Mertola nach Mina Sao Domingo führte. Trotz einem heftigen Gegenwind war diese Strecke in etwa 90 Minuten  bewältigt. Auf dem Monte Leva Tempo angekommen, suchte ich rasch die wohltuende Nähe des wärmenden Kaminfeuers.

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Straight ahead on the rough road

Vergangene Woche war ich mit dem Motorrad im Grenzland Portugal – Spanien unterwegs. Dies war meine erste Tour mit der BMW GS 650. Etwas unsicher bin ich den Schotterweg über Monte Bento Durao hin zur geteerte Straße, die Vale do Poco mit dem Pulo do Lobo verbindet, gefahren, Ich hatte noch das BMW RT 1100 Gefühl in Erinnerung und fuhr sehr vorsichtig. Doch dann war mir klar, diese GS 650 ist ein anderes, wirklich geländetaugliches Motorrad.

Mein Weg führte mich dann auf die Asphaltstraße über Vales Mortes nach Cruz de Cigana, wo die soeben fertiggestellte Straße nach Spanien abzweigt. Der neuerbauten Grenzbrücke über den Rio Chanza fehlt zwar noch die letzte Deckschicht, doch diese neue Verbindung nach Paymogo ist landschaftlich sehr reizvoll.

Es ist ein sehr schönes Gefühl mit solch einem Dampfhammer zu fahren. Mit 80 – 90 km/h kann man gemütlich über die Landstraßen fahren und dann, wenn es einem juckt, zieht man schnell hoch auf 120 km/h oder gar mehr.
Wow, hat diese GS  Power. Dabei ist sie leicht, wendig und super handlich. Aber es gibt auch einen Nachteil! Der Wind bläst mir unter den Helm direkt auf den Kopf. Ich glaube mein Helm ist eine Nummer zu groß. Bisher war das kein Problem, denn die BMW RT 1100 hat ja eine sehr große Scheibe. Aber jetzt? Na gut, dann werde ich in Zukunft wohl eine dünne Mütze anziehen müssen.

Ich wollte schon lange mal in Puebla de Guzman die Straße über die Minenstadt Las Herrerias nach El Ganado fahren. Anfangs war sie auch super ausgebaut. Doch nach dem Ort Las Herrerias war dann nur noch eine Schlaglochpiste zu finden. Auch das hat die GS super gemeistert. Doch irgendwann war dann Ende. Der Weg führte direkt in einen Stausee.

Und sofort kam die Frage auf, ob die GS 650 auch schwimmen kann? NEIN!

Also nahm ich wieder den Weg zurück nach Puebla de Guzman. Schade, dachte ich, dieses Abenteuer war sehr kurz ausgefallen. Kurz vor dem Ort kam mir noch ein freundlich lächelnder Mopedfahrer auf einer Yamaha entgegen, dem ich natürlich enthusiastisch winkte.

Auf der Hauptstraße in Richtung Villanueva de los Castillejos kam mir nicht ein Wagen entgegen. Die Straßen schienen wie ausgestorben. Nur die großen, sich langsam drehenden Windräder lugten über dem Meer von Nebel etwas verloren in den Himmel.

Auf dem Weg von Villanueva de los Castillejos  nachdem  portugiesischen Pomarao sah ich vor dem Ort El Granado ein Schild mit einer Abzweigung nach Minenstadt Las Herrerias. Die Abenteuerlust keimte wieder auf und so dachte ich mir, ich versuche mal von der Seite den bisher unbekannten Weg zu fahren und nahm auf der gut ausgebauten Strecke Kurs auf.

Nach ein paar Kilometer kam mir ein freundlich lächelnder Mopedfahrer auf einer Yamaha entgegen, dem ich natürlich enthusiastisch winkte. Zu meinem Erstaunen war es derselbige Mopedfahrer, der mir vor etwa einer halben Stunde begegnete

Das war der Beweis! Es gibt einen Verbindungsweg von Puebla de Guzman nach El Granado!

Bei dem alten Verladehafen Pomarao überquerte ich auf der neuen Brücke den Rio Chanza und somit auch die Grenze nach Portugal. Auf den folgenden kleinen kurvigen Strecken ist die GS 650 zuhause. Flott ging es über die holprige Straße nach Moreanes, wo ein Weg direkt nach Corvos führt.

Dem habe ich aber nicht getraut und fand etwas weiter in Richtung Mertola eine andere Abbiegung nach Corvos gefunden. Doch in Corvos trafen sich dann die Wege. Rasch führt eine kleine Apshaltstraße nach Cortes Sines, in dem ein dichtes Straßennetz für Verwirrung sorgt.

Für Stauen sorgte dagegen ein älterer Mann, der mit Verve auf einem von der Gemeinde aufgestellten Fitnessfahrrad saß und dem Sonnenuntergang entgegen radelte. Im vergangenen September habe ich diese neu installierten Fitnessfahrräder gesehen und mir noch gedacht, dass wohl kaum ein Portugiese darauf seine Zeit verbringen will.

Falsch gedacht! Die Portugiesen sind immer für eine Überraschung gut.

Den Schotterweg von Cortes Sines nahm die GS locker zwischen das Vorder- und Hinterrad und im Sauseschritt war ich wieder auf dem kleinen Weg, der über den Monte Bento Durao zum Monte Leva Tempo führt. Die untergehende Sonne begleitete mich die letzten Meter und rundete die kleine Tour nach Spanien mit einer besonderen Farbenpracht und Vollkommenheit ab.

Auf dem Monte Leva Tempo wieder angekommen, löste sich mit Hilfe von Google Erde das Geheimnis der Abkürzung im spanischen Grenzland auf: Ich hätte wohl direkt in Las Herrerias links abbiegen müssen.

Nur, das habe ich natürlich nicht getan und bin abenteuerlustig dem alten Spruch „ Straight ahead on the rough road“ gefolgt“.