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In den Sūqs von Tanger

Als Mittelpunkt des Kleinhandels und Handwerks haben sich in den alten Innenstädten der arabischen Welt die Sūqs etabliert. Dicht beieinander liegend, findet der eilige Käufer meist Geschäfte mit einem ähnlichen Warenangebot.

Die Warenlager sind über kurze Verbindungen zu erreichen und so ist eine gute und direkte Versorgung der Einwohner mit den alltäglichen Lebens- und Haushaltsmitteln gewährleistet.

In den letzten Jahrzehnten haben die Touristen diese exotischen Plätze für sich entdeckt und drängen sich zusammen mit den Einheimischen  an den Verkaufsständen vorbei.

Für diese kaufkräftigen Reisenden etablierte sich auch das Kunsthandwerk. Die Faszination für den Fremden liegt wohl auch darin, dass er – zumindest teilweise – den Herstellungsprozess beobachten kann.

In den Handwerksläden der westlichen Welt  werden dagegen nur noch Endprodukte verkauft. Und diese stammen überwiegend aus dem großen Reich der Mitte.

Handgeknüpfte Teppiche sind für Touristen natürlich von besonderem Interesse. So sehen es zumindest die Teppichhändler und bieten in einer wortgewaltigen Verkaufsvorführung ihre Ware feil.

Im Schnellkurs erlernt der Wissbegierige die Kunstfertigkeit und Geheimnisse des Teppichknüpfens. Die Versicherung, dass die Teppiche selbstverständlich nicht das Werk von Kinderarbeit sind, kommt sehr deutlich und glaubhaft hinterhergeschoben.

Die Teilnehmer der Reisegruppe sind von der Hatz durch die Sūqs jedoch zu erschöpft, um auf das eindringliche Angebot zum Feilschen einzugehen. Die Teppiche wechseln heute wohl nicht den Besitzer und so kann sich der Boss an seinem Schreibtisch müssiggängerisch mit den gestrigen Bestellungen in die ganze Welt hinaus beschäftigen.

Für den Ruhesuchenden steht extra ein Bürostuhl bereit. Der Anschein besagt, dass er wohl schon von vielen in Anspruch genommen wurde.

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In den Gassen von Tanger

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„Meine Damen und meine Herren“, mit diesen Worten beendete Achmed beinahe jeden seiner Sätze. Achmed war der einheimische Touristenführer, der eine kleine Gruppe von deutschsprachigen Tagesausflüglern durch die Gassen von Tanger geleitete.

Achmed machte seine Sache sehr gut. Deutsch hat er in der Schule gelernt und darauf war er sehr stolz. Mit Stolz erfüllte ihn auch sein Land, seine Stadt, seine Heimat. Gekleidet in der landestypischen Art schleuste er uns durch die vielen kleinen Gassen, schmalen Hausdurchgängen und nicht mehr nachvollziehbaren Abkürzungen.

Im Sauseschritt sah ich eine Welt, wie ich sie bisher nicht erlebt hatte. Aufgrund des Ramadans waren viele Geschäfte geschlossen und die meisten Türen verriegelt. Dadurch bot sich in den Gassen ein meist menschenleeres Bild.

Nur gelegentlich huschten Frauen mit ihren Einkäufen über die sauberen Pflaster oder ein einsamer Mann beäugte gelassen auf dem Stuhl sitzend die staunenden Europäer.

Und nur sporadisch öffnete ein Krämer seinen Laden um die Menschen mit den notwendigsten Lebensmittel zu versorgen. Diese Ruhe verstärkte sich durch die aufkommende Mittagshitze  des Augustes. Am frühen Nachmittag fanden sich nur in den größeren Geschäftsstraßen Menschen ein, wobei die neugierigen Tagestouristen das Gros ausmachten.

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